Donnerstag, 23. Januar 2014

Die Bombe

Seit Wochen lebe ich in einer Kriegszone. Es sieht permanent so aus, als wäre gerade eine Bombe explodiert.


Man beachte die hübschen Kabel, die überall aus der offenen Decke hängen. Schick! Und wenn ihr meint, dass die Sofecke etwas zugemüllt ist, dann guckt mal hier.

 
Das ist die Prinzessinnen-Doppelkoje - oder besser gesagt das wäre eine Koje, wenn nicht der ganze Raum bis unters Dach Zeug zugestapelt wäre. Hier die Seitenansicht...


Na gut, zugegeben. Ein paar kleine Dinge passen schon noch oben drauf.

Vor ein paar Tagen hatte ich mal einen Tag, da ist mir das alles zu viel geworden. es hat geregnet und innen waren überall nur offene Baustellen zu sehen. Man arbeitet jeden Tag und hat nicht das Gefühl, das man voran kommt und ständig wartet man auf andere, die nicht auftauchen. Da bekommt man dann Zweifel, ob man jemals fertig wird und sieht sich schon bis ans Ende seiner Tage auf dem Trockenen an seiner Yacht basteln.

Heute war auch wieder so ein toller Tag voller Rückschläge. Endlich kam das Wellenlager und ich wollte die Schiffsschraube wieder einbauen. Und als ich so die Welle reinige, entdecke ich ein paar winzige Löcher im Edelstahl. Lochfraß... super! Also zum Spezialisten und der sagt. " Kannst schon mit der Welle noch fahren. Ich verkaufe auch Propeller - und die sind richtig teuer."

Da hat er recht. Meiner hat knapp €3000 gekostet, da erscheint eine neue Welle für €600 direkt billig. Keiner kann sagen, wie weit sich die Löcher in den Edelstahl gefressen haben. Das ist wie ein Wurm, der sich in einen Apfel frisst. Außen sieht man nur ein kleines Loch und innen ist alles hin. Bei mir sind es drei Würmer...

Blöd ist nur, dass es hier in Neuseeland wohl kaum 35mm Wellen gibt. Wenn es ganz schlimm kommt, muss ich eine 32mm Welle nehmen und dann kann ich die nagelneu Stopfbuchsendichtung und das frisch eingetroffene Wellenlager wieder ersetzen... manchmal könnte ich echt heulen.

Außerdem hat der Sand die Ecken vom Klebeband so mitgenommen, dass sich der weiße Lack des Unterwasserschiffs auf den schwarzen Streifen des Wasserpasses verirrt hat. Also weiße Farbe abschleifen und Wasserpass neu lackieren. Wieder ein paar hundert Eure für unnütze Zusatzarbeiten zum Fenster raus. Kotz.

Naja, es gibt auch positive Sachen. Heute habe ich zum Beispiel mein Bier in Flaschen gefüllt.


Da sind sie! 23 Liter Alita Hell. Jetzt müssen sie noch mindestens eine Woche in der Flasche gären, bevor ich es testen kann. Bin schon sehr gespannt.

Und der Schiffs-Innenausbauer war da und hat angefangen. Naja, zumindest hat er mal was ausgemessen und baut nun Schablonen... er wird schon wissen was er tut. Die ober Koje wird etwas verbreitert und die untere Koje wird zu Stauraum umgebaut. Hier kommt mein ganzes Werkzeug und die Ersatzteile unter, außerdem ein Klappfahrrad und einiges andere.


Und nun zur Fehlkonstruktion von Alubat:


Das große Loch, das ist da wo normalerweise die Rettungsinsel wohnt. Da gibt es unten zwei kleine Abflüsse, die Wasser ableiten, das bei rauher See fast immer von hinten herein schwappt. Blöderweise funktionieren diese Abläufe aber nicht bei Krängung, die man bei rauher See aber normalerweise hat. Fährt man zum Beispiel auf dem Backbordrumpf, füllt sich langsam aber sicher die Kammer links neben der Rettungsinsel mit Wasser, bis sie fast voll ist. Blöd ist, dass da die Gasflaschen drin sind. Das führt nicht nur dazu, dass die Flaschen irgendwann aufschwimmen und gegen die Wand schlagen. Es ist auch ganz schlecht für Druckminderer und die Flaschen selbst. Alles rostet super schnell und auch Gasflaschen sind nicht billig!

 
 
Also wird das Loch jetzt gestopft. Es wird ein Alublech davor geschweist und dann wird alles neu lackiert. An den Ecken habe ich den Bereich schon für den Schweißer vorbereitet. Aber der Rest der Farbe in dem Bereich muss auch noch weg und dann wird alles neu lackiert. Ein großer Spaß!





5 Kommentare:

  1. Ja, warum soll es Dir grad anders gehen als uns ;O)))))) LG und immer schön den Kopf hoch!

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    1. Hallo Regina. Danke fürs Mitleid. Tut gut. - Liegt ihr immer noch auf dem Trockenen? Laut Blog seid ihr gerade in Auckland am Feiern!

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  2. Ja ich hatte auch keine Zeit Neues zu berichten. Wir bleiben bis Ende Okt an Land. Reparaturen neigen sich dem Ende und wir wollen nächste Woche auf die Südinsel. Nach Wochen wird die Achterkabine endlich wieder bewohnbar. An den anderen "Raumen" müssen wir noch feilen *g* Muss unbedingt mal wieder den Blog befüllen.....Auckland war ja nur über Silvester. LG

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  3. Oktober!? Ich nehme an, ihr fliegt nach D und segelt dann ab Oktober NZ ab, oder was ist der Masterplan?

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  4. jupp, thats the plan. Sonntag gehts schon los zur Südinsel. Wir sind ganz gespannt, wie es dort aussieht, ob es im Fjordland ähnlich ist, wie die chilenischen Kanäle?! Na da werd ich dann wohl mal wieder berichten... GLG

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